Die Entwicklung von Esbjerg ist erst so richtig in Schwung gekommen, nachdem der dänische Reichstag, am 24. April 1868, das Gesetz bzgl. der Anlegung eines Hafens bei Esbjerg verabschieden ließ.
Im Jahre 1864, hat Dänemark, nach dem Krieg gegen Preußen und Östereich, all seine Häfen an der jüttischen Westküste verloren.
Es waren die Häfen in Husum, Altona und Tönning, die verlorengingen. In Dänemark haben viele einflussreiche Stimmen, deshalb schnell gefordert, dass man an der Westküste einen neuen Hafen bauen sollte, um es der dänischen Landwirtschaft zu erleichtern, ihre Schweine, Scharfe und Rinder, ins Ausland weiterhin exportieren zu können.
Der ungeplante Stadt
Heute, in der Gegenwart ist Esbjerg die Hauptstadt der dänischen Westküste. Im Jahre 1867 sah es jedoch ganz anders aus. Damals bestand die Stadt nur aus zwei Gehöften und drei Häusern. Insgesamt gab es hier, damals, nur 23 EinwohnerInnen.
Damit war Esbjerg nur eine kleine Siedlung innerhalb der Kirchengemeinde Jerne.
Der Anfang des Esbjerger Hafens
Der Anfang des Esbjerger Hafens
Am 15. August 1874 wurde der Esbjerger Hafen für den offenen Schiffsverkehr, eröffnet.
Jedoch wurde der Hafen erst im Jahre 1878, komplett fertiggestellt. Alles in allem betrug die Kailänge, rund 250 Meter. Damals hatte niemand an die Fischerei oder an die Gründung einer neuen Stadt gedacht.
Doch es sollte anders kommen. Die spärliche, aber immer weiter um sich greifende Ansiedlung von Menschen, legte den Grundstein für die Etablierung eines Handelsleben, was von Kaufleuten, Metzgern und Bäckern ausgemacht wurde. Gleichzeitig fanden die ersten Fischer ihren Weg zum ruhigen Wasserbecken des Esbjerger Dockhafens.
Als der Viehexport, Ende der 1870er auf ausländische Zollbeschränkungen stieß, konnte der Esbjerger Hafen, glücklicherweise, dazu benutzt werden, sowohl Butter als auch Speck, die die neuen Exportwaren der dänischen Landwirtschaft ausmachten, zu exportieren.
Das fand zu einer Zeit statt, in der es in Dänemark, eine fortschreitende Industrialisierung gab, und schnell hat sich herumgesprochen, dass Esbjerg, ein Ort voller Chancen war.
Falls, die Hoffnungen auf bessere Chancen, sich als falsch erweisen würden, war der Abstand zu den Booten, die nach England segelten, kurz, und dementsprechend war der Weg ins Ausland auch nicht weit weg.
Zur gleichen Zeit, versuchten die BürgerInnen von Esbjerg, die Stadt, mit Schulen, Kirchen, Gerichtsgebäuden und Strafvollzugsanstalten auszustatten.
Das Foto zeigt:
Schiffe im Dockhafen, 1876.
Foto: EBA 02550-070.
Die dänische Offshore-Hauptstadt
Die dänische Offshore-Hauptstadt
Ab den 1890ern hat es, in Esbjerg, eine gewaltige Zunahme der Fischerei gegeben. Etwas, was sich in den darauffolgenden Jahren fortsetzen würde. Im Jahre 1970, hat es mehr als 600 Fischereifahrzeuge gegeben, die den Esbjerger Hafen, als ihren Heimathafen bezeichnen konnten.
Ende der 1960er hat sich die Suche nach Öl in der Nordsee, als erfolgreich erwiesen, und im Jahre 1973, ist der Ölabbau, dann endgültig, zu einem rentablen Geschäft geworden.
Das war der Anfang eines Offshore-Abenteuers, wo Esbjerg sogar zur dänischen Offshore-Hauptstadt wurde.
Innerhalb der letzten 20 Jahre ist die Erdölförderung, auch durch die Windenergie ergänzt worden.
Etwas, was dazu geführt hat, dass Esbjerg, heute, die absolute Energiemetropole Dänemarks, geworden ist.
Das Entladen von Windkraftanlagen prägt nicht nur das Gelände rund um den Hafen, sondern auch die umliegenden Landstraßen und Kreisverkehre, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadt. Vor allem ist die Infrastruktur des Hafens so ausgebaut worden, sodass sie auf den Transport der großen Windkraftanlagen gut vorbereitet ist .
Das Foto zeigt:
Abteil einer Bohrinsel, während einer Abschleppung am Esbjerger Hafen, 1981.
Foto: Esbjerg Ugeavis. EBA 01401-019-010.
Das Hafengelände in der Gegenwart
Das Hafengelände in der Gegenwart
Heute wohnen mehr als 115.000 Menschen, innerhalb der Stadtgemeinde von Esbjerg.
Die 250 Meterlänge des Kais sind gewachsen, sodass sie mittlerweile mehr als 14 Kilometer betragen.
Auf dem Esbjerger Hafen, befinden sich rund 270 Unternehmen, die für fast 10.000 Arbeitsplätze zuständig sind. In Esbjerg gibt es sieben Fischkutter, die mehr als 40 Bruttoregistertonnen wiegen.
Dementsprechend lässt sich sagen, dass der Esbjerger Hafen , immer noch eine herausragende Rolle im Leben der Stadt, spielt.
Aber die BewohnerInnen arbeiten, inzwischen, in einem großen Umfang, außerhalb der Fischerei.
Das Foto zeigt:
Luftbild vom Nordteil des Esbjerger Hafens. Am Hafen sieht man Schiffe, die zur Installation von Offshore-Windkraftanlagen und Hubinseln benutzt werden, die zur Förderung von sowohl Gas als auch Öl in der Nordsee dienen.
Im Hintergrund sehen Sie den Strand von Esbjerg.
Foto: Torben Meyer. EBA Q24264-041